Erste Geschichte (psychologische und philosophische)

Seeleneinsicht, psychische Phänomene und die Natur zur Hilfe

Seeleneinsicht in einen Menschen, psychische Phänomene und die Natur zur Hilfe (verfasst im August 2015)

Es gibt ein Mann, der hat etwa hundert Personen in seiner Seele. Er ist also nicht nur sich selbst als Persönlichkeit, er kann zugleich auch der Herr Meier oder Frau Müller als Nachbarn von gleich nebenan sein.

Da er schon von Kindheit auf sich anders erlebt und fühlt als die anderen, entwickelt er so bestimmte Eigenheiten im Laufe seines Lebens. Er beginnt zum Beispiel Geheimschriften zu schreiben, die nur er verstehen kann.

Auch beginnt er mit der Zeit ihm unbekannte Sprachen zu sprechen und lernt viele Fremdsprachen, um so mit seinen Gestalten in seiner Seele in Kontakt treten zu können.

Eine weitere Besonderheit sind die regelmässigen Besuche von unheimlichen Gestalten mit farbigen Gesichtern, die er nachts bekommt, dies kurz vor dem Einschlafen. Sie sagen jedoch nichts zu ihm, auch kann er sie nicht hören. Sie sehen ihn einfach nur so an und verziehen ab und zu ihr Gesicht. Sie machen ihm zuerst furchtbare Angst, vor allem in seiner Kindheit war
das so. Doch im Laufe seines Lebens kann er sich mit Ihnen anfreunden.
Inzwischen lächeln sie ihn sogar ab und zu an.

Als junger Erwachsener lässt er einmal sein ganzes Gehirn fachmännisch untersuchen. Nach den gemachten Tests teilten ihm die Ärzte mit, dass alle Werte im grünen Bereich seien. Das findet er jedoch ein sonderbares Ergebnis, da doch wirklich Sonderbares mit ihm geschieht und er niemanden sonst kennt, der so etwas Ähnliches erlebt.

Er beschliesst mit der Zeit zu glauben, dass diese Wesen nicht aus seiner Phantasie entstehen, sondern dass sie von einer anderen Welt, sprich von anderen Dimensionen, her kommen müssen.

Als er etwa 40 Jahre alt ist, beginnt er beinahe jeden Tag am Morgen zu meditieren. Er möchte mit diesen Wesen, die er nachts sieht und mit seinen hundert Personen in seiner Seele, besser in Kontakt kommen. Von einem bekannten Meditationslehrer hatte er einmal erfahren, dass es während einer ganz tiefen Meditation vorkommen kann, Lichtgestalten zu sehen. Diese Erfahrung kann dieser Mann bestätigen, denn auch diese Lichtwesen sind ihm ein paar Mal erschienen, während er ganz intensiv meditierte. Es gelingt ihm immer besser, seine Gedanken und auch seine Gefühle zu steuern, ja sogar diese auch ganz abzuschalten, um nur noch im Hier und Jetzt sein zu können.

Auch in einem ganz normalen Alltag gibt es Zeitfenster, wo ihm dies möglich ist, zum Beispiel wenn er gerade am Tramfahren ist.

Mit seinen Mitmenschen hat er es leider nicht immer gut, ist es aber zum Erstaunen ab und zu möglich, besseren und gelasseneren Umgang mit ihnen zu pflegen.

Er macht sich aber nach wie vor sehr viele Gedanken, wie dem allem so sein kann, auch wenn er, wie gesagt, es einfach angenommen hat und glaubt, dass diese Wesen von ganz woanders herkommen müssen.

Sind diese Erscheinungen einfach blosse Projektionen, die von seinem Unterbewusstsein her kommen?

Er fragt sich weiter, wie weit die Menschen im kollektiven Unterbewusstsein miteinander verbunden sind, was sie alle gemeinsam haben und was nicht? Es gibt noch weitere Fragen für ihn: Werden seine Gefühle und Gedanken in geistige Gesichter und Gebilde umgewandelt, die er dann in seiner Phantasie
sehen kann? Welcher Bereich seines Gehirns wird während diesen Erscheinungen aktiviert? Sind es vielleicht die Gedanken und Gefühle, die von seinen Mitmenschen in eine Art Bildsprache übersetzt werden, zu der er einfach weiten Zugang hat, weil er im Laufe seines Lebens zu sich einen weiten Zugang finden durfte? Einen theoretischen Ansatz wäre für ihn, dass sich die eigenen bewussten und unterbewussten Gedanken und Gefühle sich mit den bewussten und unterbewussten Gedanken und Gefühle seiner Mitmenschen vermischen und so diese Phänomene erscheinen lassen.

Nochmals zurück zu seinen hundert Personen in seiner Seele. Sie sprechen von Zeit zu Zeit sogar mit ihm, das heisst, er kann sich auch deren Stimmen ganz gut einbilden. Einerseits kann er Stimmen quasi denken und andererseits hört er tatsächlich fremde Stimmen in seinem Kopf, die er grösstenteils über sein Gehör wahrnimmt. Wenn er nachts nicht schlafen kann, hat er jedoch
diese Stimmen praktisch nicht. Dann schlafen ja auch die meisten Leute in seiner Umgebung. Er fragt sich, ob dies die Gedanken von seinen Mitmenschen sind, die er in unmittelbarer Nähe in seinem Kopf hören kann? Woher kommen diese Stimmen und Gedanken? –

Er fühlt sich durch diese eigenartigen Begebenheiten nicht immer verstanden und angenommen von der Gesellschaft, von den sogenannten Erwachsenen. Denn auch als Erwachsener fühlt er sich oft noch wie ein Kind, das noch ganz natürlich seine Gefühle und Gedanken äussern kann, wenn es in einer intakten Familie und in einem sozialfreundlichen Umfeld aufwachsen durfte.

Obwohl er sich schon von ganz klein auf seine Welt aufbaut, steht er mit seinen Mitmenschen im engen Kontakt. Wenn es ihm einmal nicht so gut geht, findet er vor allem in der Natur viel Trost und Halt. Er kann stundenlang in einen wehenden Baum blicken oder den Vögeln bei ihren Gesprächen und ihren schönen Gesängen aufmerksam zuhören.

Sie singen zum Beispiel folgendes:

„ Ach mein lieber Mensch,

nimm’ Dich nicht so ernst,

denn enorm ist die Schöpfungs-Lebenskraft,

hast Du doch genug dessen Saft,

Und, ob gross gewachsen oder ob klein,

Auch Du hast ein inneres Schwein,

und es wäre eine Pein,

dies nicht zu zugeben,

denn Du kannst auch grosszügig mögen,

und Du bringst auch uns kleinen Vögeln,

einen wohlwollenden Segen.”